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running in literature - Buchtipp für alle, die gerne schreiben und laufen

Es gibt viele Laufromane Tom McNab ist ein Autor. Alan Sillitoe ein weiterer. Laufen und Schreiben das passt zusammen.


Diese Woche dreht sich alles um das Thema Laufen und Schreiben. Es wird Frühling, die Sonne scheint immer häufiger und die Lust, die Laufschuhe zu schnüren, wächst täglich. Das ist ein wunderbares Thema, das sich durch die Literaturgeschichte zieht. Eine Freundin aus Spanien, die wie ich läuft und schreibt, hat mich auf das Buch: ‚running in literature – A Guide for Scholars, Readers, Runners, Joggers, and Dreamers‘ aufmerksam gemacht. Autor ist der Neuseeländer Roger Robinson, ein ehemaliger Weltklasse-Läufer, der laut Wikipedia mit weit über 80 Jahren noch als Läufer unterwegs war (ist?). Gleichzeitig hat er eine Reihe von Büchern veröffentlicht; u.a. ‚Running Throughout Time: The Greatest Running Stories Ever Told‘. Da war Roger Robinson schon über 80 Jahre alt. Allein das ist eine Leistung.

‚running in literature‘ ist eine Schatzkiste voller Überraschungen. Es war das erste Buch über Laufen als literarisches Thema. Er zeigt auf, dass Laufen ein wichtiges Element ist in der Weltliteratur und das von Anfang an; beginnend im alten Griechenland mit der Odyssee von Homer, im Römischen Reich beispielsweise beim Dichter Ovid, über William Shakespeare, Rudyard Kipling, Walt Whitman bis zu dem schottischen Autor Tom McNab. (Sein Werk ‚Finish‘ von 2010 ist in deutscher Sprache erhältlich.)

Es wird deutlich, welche Bedeutung das Laufen in der Kulturgeschichte der Menschheit hat. Spannend in diesem Kontext ist das Kapitel über den wahren Ursprung des Marathons. Der Autor, der als Professor akademisch tätig war, hat sich unfassbar viel Arbeit gemacht, all diese Zitate, Beispiele mit tiefen Einblicken und vielen Überraschungen zusammenzustellen. Entsprechend sorgfältig ist das Werk recherchiert.

Besonders gut gefällt mir ein Gedicht von Jonathan Galassi, amerikanischer Verleger und Dichter, das er zitiert. Es heißt ‚Morning Run‘. Hier der Ausschnitt aus Robinson’s Buch (S. 189 /1990) im Original:

„.. while the repeating rhythm of your feet
synchs with your breathing till it is your heartbeat
and the land you’re running on is ocean,
rising and falling, fluent with your Motion
until you can believe your are the day,
you are the sun that brings life an decay,
that warms and soothes …“

‚Das Land auf dem Du läufst, ist Meer‘ – Was für ein schönes Bild! Ich hatte von dem Verfasser dieser Verse vorher noch nie gehört. Die Gefühle, die er beschreibt, sind mir – und bestimmt vielen anderen Laufbegeisterten ebenso!  – bestens vertraut.

Es gibt ein Kapitel, in dem der Autor 13 Laufromane vorstellt, darunter auch Alan Sillitoes‘ ‚Die Einsamkeit des Langstreckenläufers‘, das ich hier im Blog diese Woche noch vorstellen werde.

Unter den Sachbüchern über Laufen, die es natürlich zu Tausenden gibt (wie der Autor selbst sagt,) erwähnt er Hal Higdon. Das hat mich besonders gefreut, denn mit Hal Higdons Laufplänen zum Downloaden ‚Marathon Training for All Skill Levels‘ habe ich für meinen ersten Marathon trainiert – absolut empfehlenswert.

Und zum Schluss die gute Nachricht: ‚running in literature‘ gibt es günstig als e Book (kindle) zu kaufen. Die Hardcover-Ausgabe kostet knapp 25 Euro.