Lyrik im Frühling
Jetzt Anfang Mai bei Sonnenschein und Blütenblättern, die vom Baum vor meinem wehen und dabei rosa glänzen und herrlich riechen, ist der Frühling angekommen. Und ich lese weiter jeden Tag Gedichte. Das inspiriert! Und zwar von ganz verschiedenen Dichtern aus ganz verschiedenen Zeiten. Dazu gehören Hermann Hesse, Jospeh von Eichendorff, aber auch moderne Lyrik von Friedrich Ani – sein Gedichtsband „Im Zimmer meines Vaters‘ ist sehr empfehlenswert – oder auch Michel Houellebecq’s poetisches Werk „Wiedergeburt“ Die beiden letztgenannten Autoren sind nicht bekannt für ihre Gedichte, sondern für Romane (und auch Krimis bei Friedrich Ani) Diese zwei total unterschiedlichen Gedichtsbände überraschen -Eine klare Leseempfehlung.
Aber wenn ich nur ein einziges Gedicht in diesem Frühling empfehlen dürfte, dann ist die Wahl klar: ‚Call it love‘ von Hans Magnus Enzenberger, veröffentlicht in dem Band ‚Verteidigung der Wölfe‘. In diesem großartige Werk gibt es die Aufteilung in ‚Freundliche Gedichte‘, ‚Traurige Gedichte‘ und ‚Böse Gedichte‘.
Call it love als Hymne an die Kraft des Frühlings gehört natürlich zu den ‚Freundlichen Gedichten.‘ Ich darf es hier nicht veröffentlichen. Deshalb bitte googeln.
Hier der Anfang, der schon so geheimnisvoll ist:
„Jetzt summen in den nackten Häusern die Körbe
auf und nieder …“
(Bibliothek Suhrkamp Verteidigung der Wöfe Has Magnus Enzensberger, 3. Aufl. 1997, S. 21)
Es gibt Gedichte, die man niemals vergisst. Manchmal ist es auch nur ein Vers, der ins Gedächtnis gebrannt ist und immer wieder aufploppt und Glück ausströmt. Es sind Jahrzehnte vergangen, seitdem ich den Band zum ersten Mal gelesen habe. Der Titel war mir lange nicht präsent, aber eben einzelne Zeilen und allen voran die Stimmung, die der Dichter erzeugt hat.
Wer sich genauer damit beschäftigen und das Gedicht als ganzes lesen will, dem empfehle ich diesen Link auf die website Planet Lyrik auf einen Beitrag von Jürgen Becker über das Gedicht – sehr interessant.
Übrigens: Als der Gedichtband ‚Verteidigung der Wölfe‘ herauskam 1957 waren die Kritiker unterschiedlicher Meinung. Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn ein Werk polarisiert, besonders wenn es diese Größe hat. Es war der erste Gedichtband von Hans Magnus Enzensberger.






